Warzenkraut – oder auch Schöllkraut genannt

Schöllkraut, Chelidonium maius, wird auch als Marienkraut oder Warzenkraut bezeichnet. Die bis zu 75 Zentimeter hohe Pflanze wächst an dem Ufer von Bächen und Wegrändern. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden, die viel Stickstoff enthalten. In den auf behaarten Stielen wachsenden Blättern verlaufen zahlreiche Milchröhren, die einen ätzenden Milchsaft freisetzen. Von Mai bis Oktober bildet das Warzenkraut gelbe Blüten. Die Pflanze ist frosthart. Auch wenn die oberflächlichen Pflanzenteile eintrocknen, überwintert das Schöllkraut als ausgedehntes Wurzelwerk und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus.

Warzenkraut als Heilkraut

Warzenkraut wird schon in den mittelalterlichen Kräuterbüchern und in der Volksmedizin als sehr wirksames Heilmittel beschrieben. Innerlich wurde Schöllkraut zur Behandlung von Leberfunktionsstörungen, Zahnschmerzen und Geburtsschmerzen eingesetzt. Äußerlich wurde der orange Milchsaft vor allem bei Hautentzündungen verwendet. Seit dem 17. Jahrhundert wird Schöllkraut gezielt zur Behandlung von Warzen eingesetzt. Seit diesem Zeitpunkt wird die Pflanze auch als Feigwarzenkraut bezeichnet.

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Inhaltsstoffe von Warzenkraut

In Warzenkraut sind große Mengen an Alkaloiden (Coptisin, Chelidonin, Sanguinarin) enthalten. Außerdem sind in Schöllkraut Bernsteinsäure, Chelidonsäure, Apfelsäure, Berberin, Flavone, Bitterstoffe und verschiedene ätherische Öle enthalten.

Wie wirkt Warzenkraut?

Coptisin und Chelidonin wirken krampflösend, die Muskulatur entspannt sich. Die krampflösende Wirkung betrifft vor allem die glatte Muskulatur des Darmtraktes und der Gebärmutter. Schöllkraut kann daher auch bei der Behandlung von Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden.

Schöllkraut ist in der Lage, Viren, Bakterien und Pilze abzutöten. In Studien wurde nachgewiesen, dass Schöllkraut Influenzaviren zuverlässig abtötet. Im menschlichen Körper beeinflusst das Warzenkraut die Zellteilung. Es wirkt leicht zytotoxisch, das heißt, Zellen werden abgetötet. Durch die zytotoxische Wirkung wird auch die leichte Giftigkeit der Pflanze erklärt. Bei der Behandlung von Warzen, Hornhaut und Hühneraugen wird Warzenkraut gerne verwendet, da es Eiweiß auflöst. Die Zellen der Haut sterben durch die starke Reizung ab.

Welche Nebenwirkungen hat Warzenkraut?

Der unverdünnte, giftige Milchsaft kann allergische Reaktionen auslösen. Wird er direkt eingenommen, werden die Leberzellen geschädigt. Wird das Schöllkraut-Präparat wieder abgesetzt, erholt sich das Lebergewebe nach einiger Zeit wieder. Daher sollte eine Selbstmedikation mit der innerlichen Einnahme von Warzenkraut maximal vier Wochen lang durchgeführt werden.

Wie wird Warzenkraut angewendet?

Schöllkraut kann innerlich und äußerlich angewendet werden.

1. Innerliche Anwendung

Tinkturen und Kapseln mit Schöllkraut regen die Produktion von Galle an und fördern die Verdauung. Darmkrämpfe und Blähungen werden verringert. Kleine Gallensteine werden ausgeschieden.

2. Äußerliche Anwendung

Schon Hildegard von Bingen behandelte Warzen mit Schöllkraut. Die gutartigen Hautwucherungen finden sich vor allem an den Händen, den Füßen, im Genitalbereich und im Gesicht. Die Warzen werden durch menschliche Papilloma-Viren verursacht. Anders als Alterswarzen sind sie ansteckend.

Wie werden Warzen mit Schöllkraut behandelt?

Für die Behandlung wird meistens eine Warzenkraut-Tinktur verwendet. Diese wird au7s den getrockneten Pflanzenteilen hergestellt mit 70 % Weingeist hergestellt. Die Tinktur wird direkt auf die Warze gestrichen und trocknet dort ein. Sie dringt bis in die tiefen Hautschichten vor und tötet die Zellen durch Gerinnung von Eiweiß ab. Damit die Warze bis zu ihrer Wurzel abgetötet wird, muss die Behandlung mehrmals wiederholt werden.

Für Urtinkturen, die für homöopathische Behandlungen von Warzen genutzt werden, werden frische Pflanzenteile verwendet.
Warzen können auch mit Salben, die Schöllkraut enthalten, behandelt werden. Da die Salben leicht ätzend wirken, sollten sie immer gezielt mit einem Wattestäbchen auf die Warze aufgetragen werden. Um Verätzungen der Haut zu vermeiden, dürfen die Salben nicht großflächig angewendet werden.

Tinkturen und Salben aus der Apotheke enthalten einen genau definierten Wirkstoffanteil. In selbst hergestellten Tinkturen und Salben kann die Menge der Wirkstoffe starken Schwankungen unterliegen. Sie sollten deshalb nur vorsichtig angewendet werden. Warzen können auch direkt mit Schöllkrautsaft behandelt werden. Der gelbe Milchsaft, der aus den abgebrochenen Stielen tropft, wird dreimal pro Tag einige Wochen lang direkt auf die Warze aufgetragen.

Welche Warzen können mit Warzenkraut behandelt werden?

Alle Warzen, die durch Papilloma-Viren verursacht werden, sprechen gut auf die Behandlung mit Schöllkraut an. Dazu gehören Dornwarzen und Herpeswarzen. Bei Stielwarzen und anderen Hauttumoren, die gutartig sind, ist die Behandlung mit Warzenkraut weniger erfolgreich.

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